Behandlung ohne Schmerzen – Lokalanästhesie beim Zahnarzt

Von Kokain bis Lachgas - der Weg der Anästhesie in der Medizin.

Ende des 19. Jahrhunderts erkannte Sigmund Freud die anästhesierende Wirkung von Kokain. Die Betäubung der Schleimhäute ließ eine Behandlung ohne Schmerzen zu. Damals wusste man allerdings noch nichts über den hohen Suchtfaktor des Kokains. 10 Jahre später wurden Lokalanästhesien entwickelt, durch die durch subkutane Injektion komplette Hautareale betäubt werden konnten. Was bewirkt die Lokalanästhesie? Die Lokalanästhesie wirkt als eine Blockanästhesie und unterdrückt die Weiterleitung des “Schmerzsignals“ direkt am Nerven. Ein entstehender Schmerz kann somit nicht zum Gehirn weitergeleitet und dort als Schmerz erkannt werden. Das Mittel wird zeitverzögert vom Körper über die Leber oder Niere abgebaut. Sobald der Schmerzreiz wieder ein bestimmtes Potential erreicht, kann er im Gehirn auch wieder als Schmerz wahrgenommen werden. Adrenalin verlängert die Wirkdauer der Substanz Um den Abbau der Substanz zu verlangsamen werden die modernen Lokalanästhetika mit Adrenalin versetzt. Die dadurch entstehende Minderdurchblutung am Wirkungsort verlangsamt den Abtransport der Lokalanästhesie. Die Dauer der Betäubung kann dadurch auf mehrere Stunden verlängert werden. Der Nebeneffekt der verminderten Durchblutung machen sich Chirurgen zu Nutze. Blutarme Operationsgebiete erleichtern die Sicht und verbessern die OP Ergebnisse. Lokalanästhesie in der Zahnmedizin Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Die Schmerzen beim Bohren erhöhen nicht gerade das Wohlbefinden in der Praxis. Seit Einführung der Betäubung ist der Gang in die Zahnarztpraxis zumindest schmerzfrei geworden. Jede Behandlung kann mit Hilfe der Anästhesie durchgeführt werden ohne Schmerzen zu haben. Knochen ist schmerzfrei Knochen ist im Gegensatz zu den Schleimhäuten übrigens schmerzfrei. Eine Implantation wäre somit eigentlich ohne eine Betäubung möglich. Anästhesiert werden hier nur die Schleimhaut und das Periost (Knochenhaut). Im besten Fall reicht eine kurze Anästhesie aus, um das Zahnfleisch zu stanzen. Die Bohrung selbst und das Einbringen des Implantats sind schmerzfrei. Good to know Nach einer Lokalanästhesie im Mund sollte dringend darauf geachtet werden nichts zu essen bevor die Betäubung komplett abgeklungen ist. Durch das fehlende Schmerzempfinden können die Betroffenen nicht unterscheiden, ob sich die Speise oder die Lippen zwischen den Zähnen befinden. Schmerzen und Bisswunden an entsprechenden Stellen können nach dem Abklingen der Betäubung eintreten.

Zahnärztin
Dr. Svea Brandt

Zahnarzt
Dr. Jochen Freitag